„Juden kommen hier nicht mehr durch"
So manches Zeugnis ehemaligen jüdischen Lebens in Deutschland ist noch nach 1945 der Zerstörung anheimgefallen: allein in BadenWürttemberg wird die Zahl der abgerissenen Synagogen mit mindestens 29 angegeben , darunter beispielsweise die mittelalterliche Synagoge von Ehingen an der Donau. Jedoch wird diesbezüglich in der Regel Schweigen gewahrt, oder, im Fall von Umwidmungen zur Zweckentfremdung etwa als Theater, wie dies mit der Offenbacher Synagoge in der Goethestraße geschehen ist, mit der Installation einer unscheinbaren Gedenktafel erledigt.
Eine seltene, wenn auch nicht gerade überwältigende Ausnahme bildet vielleicht der Protest gegen die Bebauung des Frankfurter Börneplatzes im August 1987. Damals hatte sich ein breites Bündnis aus Jüdischer Gemeinde, GRÜNEN, SPD, Kirchen, Linker Liste Uni Frankfurt, Vertretern des DGB und Einzelpersonen gebildet, um gemeinsam durch eine Besetzung des Geländes dessen Bebauung zu verhindern. Denn dort waren bei den ersten Grabungsarbeiten Reste des mittelalterlichen jüdischen Ghettos inklusive einer Mikwe (rituelles Tauchbad) gefunden worden. In dieses Ghetto waren 1462 die ersten Frankfurter Juden zwangsumgesiedelt worden, was ein Leben unter denkbar schlechten Bedingungen auf engstem Raum zusammengepfercht bedeutete. Trotz internationaler Proteste konnte jedoch die Bebauung des Börneplatzes nicht verhindert werden. Teile der Ghettomauern wurden überbaut und können nun im Keller des dort errichteten Kundenzentrums der Frankfurter Stadtwerke besichtigt werden, jedenfalls von denjenigen, die die Verbindung von ,Bad’ und ,Gas’ zu ertragen in der Lage sind.
Doch nicht die fehlende Unterstützung durch deutsche NichtJuden zeichnet die aktuellen Auseinandersetzungen um den Erhalt des Jüdischen Friedhofs in Hamburg-Ottensen aus; das muß in Deutschland als Standard betrachtet werden. Bezeichnend ist vielmehr die Häme, mit der man nicht müde wird, darauf hinzuweisen, daß ja schließlich jüdische Institutionen den Verkauf des seit dem 17. Jahrhundert in ihrem Besitz befindlichen und nach der Enteignung und teilweisen Zerstörung durch die Nationalsozialisten auch wieder an sie zurückgegebenen Friedhofs selbst getätigt hätten. Wenn nun andere jüdische Gruppen diesen Verkauf anzufechten sich befleißigten, sei das wohl ein ,selbstverschuldetes Problem’. Und wenn Opfer und Täter erst mal vertauscht sind, lebt sich’s auch in Deutschland ganz gut mit den Juden.
Im Hamburger Stadtteil Ottensen läßt sich Ende April diesen Jahres die deutsche Polizei dabei beobachten, wie sie mit dem Kommentar „Juden kommen hier nicht mehr durch!” einen Bauplatz und eine ganze Straße mit Eisengittern abriegelt und nach bloßem Augenschein selektiert, während Autonome munter auf dem Gelände umherspazieren. Einige Zuschauerinnen aus der Nachbarschaft demonstrieren mit Hitlergruß oder skandieren „Heil Hitler!” Als ultra-orthodoxe Juden weiterhin versuchen, den Abtransport von Bauschutt zu verhindern, greift die Polizei mit der ihr eigenen Sensibilität ein, räumt die Sitzblockaden und setzt einige Juden wegen Nötigung fest. Innensenator Hackmann läßt über seine Pressestelle die Hamburger Bevölkerung, nicht etwa die protestierenden Juden, um Verständnis bitten für das Vorgehen der Polizeibeamten.
Mitte Mai veröffentlichte das Hambur-ger Abendblatt eine interne Dienstanweisung der Hamburger Polizei, wonach „Anreise und Aufenthalt von orthodoxen Juden” unverzüglich dem Lagedienst zu melden seien. Die Hamburger Innenbehörde windet sich und weist den Verdacht, man habe die Juden observieren wollen, weit von sich. Vielmehr sei es darum gegangen, den völlig orientierungslosen Personen den Weg nach Ottensen zu weisen. Die Dienstvorschrift wird noch am selben Tag zurückgezogen.
Hintergrund dieser Vorgänge, die in der internationalen Presse für einigen Wirbel sorgten, bilden die Konflikte zwischen dem Hamburger Senat und der Investorenfirma Büll & Liedtke auf der einen Seite und Athra Kadisha, der „Gemeinschaft zur Erhaltung jüdischer heiliger Plätze” auf der anderen um die Bebauung des jüdischen Friedhofs in Ottensen. Dort soll das sogenannte Hertie-Quarree entstehen, ein Konsumtempel unter gewaltiger Glaskuppel mit zahlreichen Einzelhandelsgeschäften, Gastronomiebetrieben, sieben Kinos und Tiefgarage.
Exemplarisch führen hier nicht nur der Hamburger Senat und inzwischen auch die Bundesregierung, sondern ebenso die Hamburger Öffentlichkeit inklusive weiten Teilen der Linken ein Stück deutscher „Vergangenheitsbewältigung” vor. In der Weigerung, den bereits von den Nazis durch einen Bunkerbau zerstörten Friedhof zu einer Gedenkstätte zu machen, manifestiert sich, wie hierzulande noch mit den letzten Spuren jüdischen Lebens beziehungsweise seiner Vernichtung umgegangen wird.
Bereits im September 1991 demonstrierten ultra-orthodoxe Juden aus Antwerpen aufmerksam geworden durch Presseberichte über den Protest von Stadtteilinitiativen gegen die geplante Umstrukturierung des Viertels mit Plakaten wie „Will this cemetery become judenrein?” oder „Does anyone in Germany remember?” Seitdem häufen sich Appelle und Demonstrationen in Hamburg und Bonn, aber auch in London und New York. Immer wieder besetzen ultra-orthodoxe Juden den Bauplatz, um sich für den Erhalt der mindestens 2.000 unbeschädigt gebliebenen (von ehemals 4.000) Grabstätten einzusetzen.
„Die Juden haben selber schuld”
Senat, Investoren und hiesige Presse dagegen berufen sich auf den Verkauf des Geländes durch die Jewish Trust Corporation im Jahre 1953. Diese verwaltete nach dem Krieg einen Teil des von den Nazis enteigneten jüdischen Gemeindebesitzes. Unter Zustimmung der Jüdischen Gemeinde Hamburg ging der Friedhof damals für 500.000 DM an die Westelbische Grundstücksgesellschaft und von dort an die von den Nazis „arisierte” Hertie, ehemals Hermann Tietz AG. Diese Enteignung via „Arisierung” wurde übrigens nie rückgängig gemacht.
Der Zentralrat der Deutschen Juden und die Hamburger Jüdische Gemeinde schwenkten, nachdem sie sich zunächst hinter die Forderungen der auswärtigen Juden gestellt hatten, im Laufe der Auseinandersetzung auf einen defensiveren Kurs um, nachdem letzterer wiederholt die „Schuld” an dem Verkauf in den fünfziger Jahren gegeben worden war. Das großherzige Rückkaufangebot der Investoren für die astronomische Summe von 50 Millionen DM schlug sie aus verständlichen Gründen aus, stimmte aber schließlich dem „Lösungsvorschlag” des Senats zu, der eine Umbettung der verbliebenen Gräber vorsieht. Daß sie diesen Schritt damit rechtfertigt, nicht jenen Kräften ungewollt Hilfe leisten zu wollen, „die ohnehin in unserer Gesellschaft in der letzten Zeit alarmierenden Zulauf erhalten” (Galinski), läßt durchscheinen, daß die Angst vor weiteren antisemitischen Ressentiments letztlich den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben hat.
Von Athra Kadisha und beispielsweise auch der Europäischen Rabbinerkonferenz wird diese Entscheidung jedoch nicht akzeptiert. Nach jüdischem Religionsgesetz (Halacha) ist die Erde, in der die Toten begraben liegen, auf ewige Zeiten deren unveräußerliches Eigentum, um ihr Recht auf ewige Ruhe zu wahren.
Ohne jedes Geschichtsbewußtsein wird in weiten Teilen der hiesigen Presse suggeriert, es handele sich um einen innerjüdischen Religionsdisput, in dem liberale geistige Werte von ignoranten Fundamentalisten bedroht würden (stellvertretend: Der Freitag vom 5.6.92). Und der Hamburger Senat spielt die Zustimmung der „eigenen”, liberalen jüdischen Gemeinde zu Umbettungen gegen die „gesetzeswidrigen” Anliegen der Europäischen Rabbinerkonferenz aus, der Bürgermeister Hennig Voscherau mitteilen läßt: „Die Stadt Hamburg, die diese (liberale) Tradition ihrer jüdischen Mitbürger auch die ihrige nennen darf, wäre ... sehr erleichtert, wenn der,Fehler* des Jewish Trust von 1953 jetzt dazu führte, daß Hamburg durch die (Augen der Juden in aller Welt“ nicht in Widerspruch zu seinen toleranten Traditionen und zu den geltenden Gesetzen gebracht würde.” Wie genau die Freie und Hansestadt Hamburg es mit dem Recht einmal erteilter Baugenehmigungen nimmt, zeigt ein anderes Beispiel: 1988 beugte sie sich dem Druck hunderter autonomer Gesetzesbrecherinnen, die den Bau des Musicalpalastes Floratheater im Schanzenviertel über Monate bekämpft hatten. Damals stellte der Senat derselben Investorenfirma Büll & Liedtke, die nun das Quarree bauen will, auf eigene Kosten ein Ersatzgrundstück in einem weniger szenebeherrschten Viertel zur Verfügung.
Die - international einmalige - Weigerung des Senats, sich für den Erhalt der jüdischen Gräber einzusetzen, fällt zeitlich zusammen mit der Renommierausstellung „400 Jahre Juden in Hamburg”, in der die Hamburgerlnnen nicht müde werden, den Verlust zu beklagen, den die bürokratisch verfügte Ermordung der Hamburger Juden durch die Nazis ihnen zugefügt hat. Bürgermeister Voscherau hat die Ausstellung besucht und dabei gelernt, „daß der heutige deutsche Staat als eine der zentralen Lehren der NS-Verbrechen die strenge Bindung aller vollziehenden Gewalt an Gesetz und Recht vorsieht”. Und Senatssprecher Mirow: „Es ist jedenfalls nicht möglich, mit öffentlichen Mitteln den Fehler der Jüdischen Gemeinde zu beheben. Wir haben den Fehler nicht zu verantworten.” ( ZEIT j 13.3.92) Dieser Schuldzuweisung geraten allerdings sowohl die erste Zerstörung des Friedhofs durch die Nazis als auch die Umstände des Verkaufs nach 1945 völlig aus dem Blick; selbst das Argument, damals sei nicht bekannt gewesen, wieviele Gräber Bunkerbau und Betonierung der restlichen Fläche durch die Nazis unbeschädigt gelassen hatten, greift zu kurz. Ausschlaggebend für die sicherlich schwere Entscheidung, den Friedhof zu verkaufen, mag sowohl für die Jüdische Gemeinde Hamburg als auch für die Jewish Trust Corporation eher gewesen sein, daß ein Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland nach Auschwitz kaum vorstellbar schien; hatten vor dem Nationalsozialismus 20.000 Juden in Hamburg gelebt, waren es in der Nachkriegszeit nur etwa 300, die zudem die Hansestadt meist lediglich als Zwischenstation betrachteten. Vor diesem Hintergrund wird wohl die Sorge für die Überlebenden (z.B. die Auswanderung der displaced persons), die eben auch mit einem erheblichen finanziellen Bedarf verbunden war, das erste Anliegen gewesen sein.
Den Fehler so umstandslos auf der Seite der Juden zu verorten, weist noch auf eine weitere Verdrehung. Während man von sich selbst als dem „heutigen deutschen Staat” spricht, der die „Fehler” der Nationalsozialistlnnen nicht zu verantworten hat, werden andererseits völlig ahistorisch, unter Rückgriff auf ein verbreitetes antisemitisches Muster, alle Juden weltweit mit jenen identifiziert, die damals dem Verkauf zustimmten: Die Verantwortung für die und sei es aus einer Notlage heraus - gefällte Entscheidung sollen sie heute gefälligst gemeinsam übernehmen.
Mitte Mai schließlich, nachdem die internationalen Proteste die Verfügung eines vorübergehenden Baustopps notwendig gemacht hatten, holte man sich hochrichterlichen Rat: Eigens aus Jerusalem wurde der dortige Oberrabbiner Itzhak Kolitz eingeflogen. Am 21. Mai stand sein Schiedsspruch fest: Einer Umbettung der Gräber könne auf gar keinen Fall zugestimmt werden. Denkbar wäre allerdings eine Überbauung der Gräber, ein Kompromiß, demzufolge das Quarree ohne Tiefgarage oder unterirdisches Fundament auf Säulen gebaut werden müßte, was die Investoren schon einmal abgelehnt hatten. Nach der Beratung kehrte die Ratlosigkeit zurück, der Senat hat angekündigt, auf Büll & Liedtke im Sinne von Kolitz einzuwirken. Der wichtigste Satz des Gutachtens jedoch wird dabei geflissentlich übersehen: „Jedes Gebäude über diesem Friedhof wird ein Schandmal für die deutsche Regierung • » sein.
Berührungsängste und seltsame Allianzen
Doch nicht die Ignoranz der Verwaltungen auf Stadt- und Bundesebene allein ist es, gegen die diejenigen, die sich für den Erhalt des jüdischen Friedhofs einsetzen, anzukämpfen haben. Anders als in den Auseinandersetzungen um den Frankfurter Börneplatz hat in Hamburg die bürgerliche Öffentlichkeit so gut wie kein Interesse an dem Konflikt bekundet. Auch von der autonomen Linken oder der AntiQuarree-Initiative kam bisher keine nennenswerte Unterstützung. Und so waren die ultra-orthodoxen Demonstranten in Ottensen in der Regel unter sich, umringt von einer pöbelnden Allianz aus deutschen und türkischen Antisemiten, die nur auf den ersten Blick überraschend ist Die vorgeschobenen Gründe vieler Linker, nicht vorbehaltlos gegen die endgültige Zerstörung des Friedhofs einzutreten, sind eng verknüpft mit den schwerwiegenden Versäumnissen in der innerlinken Diskussion, was sowohl eine Auseinandersetzung mit Auschwitz als auch mit der Gründung und Beurteilung des Staates Israel angeht. Krankte die Diskussion unter anderem immer schon daran, daß allzu gerne - sozusagen zur Schaffung einer Einheitsfront - gegen jegliche Form des Zionismus die Differenz zwischen Juden verschiedener Nationalität und Israelis (ganz zu schweigen von der Notwendigkeit, in Bezug auf die israelische Gesellschaft selbst noch die erforderlichen Differenzierungen vorzunehmen) gerne unterschlagen wurde, so werden die Folgen dieser Unterlassung in diesem Zusammenhang überdeutlich: Tatsächlich wird die Position vertreten, daß man doch nicht mit religiösen Fundamentalisten paktieren könne, die man unbesehen für die größten Zionisten hält, was allein schon als Argument zu genügen scheint. Dabei wird sowohl ignoriert, welche Schutzfunktion gerade aufgrund der entsetzlichen Erfahrungen mit den deutschen Nationalsozialisten dem Staat Israel als mögliche Zuflucht für Juden international und unabhängig von ihren je individuellen religiösen Gefühlen zukommt, als auch, daß an den Protestaktionen in Hamburg nicht irgendwelche radikal-zionistischen Israelis den Traum von Groß-Israel zu realisieren im Begriffe sind, sondern ultra-orthodoxe Juden verschiedenster Nationalität für das Recht auf freie Religionsausübung eintreten, was als schlichter Einsatz für die Gewährung eines allgemeinen Menschenrechtes zu verstehen ist. Weiterhin sollte man sich aus Gründen der Fairness ruhig auch mal kundig machen über die tatsächlichen politischen Ansichten derer, die man da so umstandslos als Zionisten bezeichnen und anschließend verdammen zu können glaubt; sehr schnell würde man dann auf die Erkenntnis stoßen, daß sich gerade die ultra-orthodoxe Strömung im Judentum aus religiösen Gründen in einer strikten Gegnerschaft zum politischen Zionismus befindet. Daß dennoch auch in Israel einige Vertreterinnen dieser Strömung leben, hat seinen Grund weniger darin, daß sie sich dort am Ort ihrer religiösen Stätten befinden, als vielmehr darin, daß sie das vormals von ihnen bewohnte Gebiet im Osten Europas aus hier als bekannt vorausgesetzten Tatsachen zu verlassen gezwungen waren, um wenigsten ihr Leben retten zu können.
Selbst wenn aber der dumpfe Antizionismus gänzlich über Bord geworfen wird, geraten noch die Prioritäten durcheinander: Entweder verkommt der Kampf um den Friedhof zur Bestätigung der eigenen Multikulturalität, denn - obwohl man selbst es nicht vertrete - müsse das religiöse Anliegen der ultra-orthodoxen Juden doch immerhin akzeptiert werden. Oder die protestierenden Juden werden als aussichtsreichere Kandidaten eingeschätzt, wenn es darum geht, den öffentlichen Druck für einen Baustopp zu erhöhen und so funktionalisiert, um doch noch die Umstrukturierung des Viertels durch das HertieQuarree zu verhindern. In einem Flugblatt der „Anwohnerinitiative gegen das HertieQuarree” heißt es dementsprechend: „Wir akzeptieren die Forderung nach Erhaltung des jüdischen Friedhofs”, und begründet wird dies mit der eigenen deutlich „antifaschistischen Position”. Am Ende aber steht doch wieder die alte Forderung: „Wir wollen, daß die Menschen, die hier leben, über das ehemalige Hertiegelände entscheiden und verfügen können.” Daß diese Anwohnerinnen dieselben sind, die die rüden Polizeieinsätze gegen die protestierenden Juden mit antisemitischen Stereotypen begeistert kommentieren, kommt ihnen nicht in den Sinn.
Eine eigenständige, aber mit den ultraorthodoxen Juden von Athra Kadisha solidarische Position zur Erhaltung des jüdischen Friedhofs sollte klar machen, daß die Ursachen des Nationalsozialismus weder beseitigt, noch die Folgen zu bewältigen sind. Darum muß das scheinbar Vergangene sichtbar erhalten oder wieder sichtbar gemacht werden, als Symbol für die Notwendigkeit einer politischen Praxis, die auf die Abschaffung dieser Voraussetzungen zielt. Nicht multikulturelles Toleranzgehabe, nicht die Funktionalisierung des Protests für anderweitige Anliegen, auch nicht der Versuch, sich mit den Anhängern von Athra Kadisha zu identifizieren und so aus jeder historischen Verantwortung zu stehlen, kann deshalb eine angemessene Antwort auf die Ereignisse in Hamburg-Ottensen sein.