Im diskus 3 vom Juli 1990 hat Angela Dunker über den damaligen Stand der Beratung des Frauenförderplans an der Uni Frankfurt informiert und wesentliche Forderungen und Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen, die der Entwurf der Frauenkommission des Konvents enthält, diskutiert.

Lapidar ist zu berichten, daß am 28. November 1990 der Konvent ein weiteres Mal zum einzigen Tagesordnungspunkt Frauenförderplan tagte, der in nochmals überarbeiteter Fassung wesentlich klarer und gestraffter nunmehr zur Abstimmung stand. Die Sitzung verlief tumultarisch und endete nach den üblichen diskriminierenden Einlassungen der Herren („Erklären Sie mir doch, was lesbische Mathematik sein soll! “) in einer Abstimmung mit den Füßen. Die Professoren der rechten Mehrheitsfraktion verließen fast geschlossen den Saal und warteten die Feststellung der Beschlußunfähigkeit des Gremiums draußen ab. [1] Diese skandalösen Ereignisse sind von einer breiten (Medien-)Öffentlichkeit registriert worden, als das bei diesem Thema gewöhnlich zu erwarten ist. Hoffentlich wird das auf der Konventssitzung am 30. Januar ebenso sein. Wenn auch über das Ergebnis der Sitzung in diesem Heft nicht mehr berichtet werden kann, so ist jetzt schon klar, daß Gremienarbeit als Mittel zur Durchsetzung und Institutionalisierung von Frauenförderung und Forschung vorerst kritisch zu bewerten ist.

Es ist offen, ob das vorgeschlagene Frauenratsmodell, für das sich der Konvent prinzipiell bereits entschieden hat, wirklich durchgesetzt werden kann, weil die rechte Mehrheitsfraktion im Konvent offenbar neuerlich eine Kommission einsetzen und damit die bisher erarbeiteten Vorschläge abbügeln will. Der folgende Kommentar beleuchtet einige Aspekte des Themas, die bisher zu wenig oder zu wenig öffentlich diskutiert wurden

Endlich hat sich spontan ein Studentinnenplenum zusammengefunden, in dem viele Frauen und einige Männer — über politische Differenzen hinweg — überlegten, was Frauenförderung an der Uni Frankfurt sein kann. Die Empörung über das professorale Verhalten im "höchsten demokratischen Gremium" [2] der Uni und die Haltung dort, mit den üblichen pauschal-ablehnenden Argumenten gegen den Frauenförderplan zu polemisieren, sind Anlaß dazu. Und damit gibt es seit längerem überhaupt mal wieder eine (studentische) Öffentlichkeit, die über den Rahmen auf sich verwiesener Frauengruppen hinausgeht. — Daß Frauenförderung auch Männer angeht, scheint selbst in linken politischen Gruppen kein Thema zu sein oder wird es erst langsam wieder. Bezeichnend ist auch, daß von den übrigen Statusgruppen keine Reaktionen zu hören waren. Der so mühsam ausgehandelte Minimalkonsens unter den Statusgruppen über die Kriterien, die als Frauenförderung verankert werden sollen, hat auf einer pragmatisch-politischen Ebene offenbar keinen Rückhalt: Es gibt keine gemeinsame (Frauen-)Öffentlichkeit, die das auch einklagen würde.

Mit der Öffentlichkeit gibt es also schon die ersten Schwierigkeiten, die bestehende politische Differenzen auch unter Frauen widerspiegeln.

Es ist eine Sache, im Sinne eines emanzipativen Politikverständnisses, zum Beispiel über Quoten, kompensatorischen Ausgleich für die diskriminierte Realität von Frauen an der Uni zu fordern. Mit dieser höchst allgemeinen Formulierung ist ja noch nichts weiter gesagt, als daß Frauen in Berufungs- und Stellenbesetzungsverfahren angemessen berücksichtigt werden und ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, dieselben Sprossen wie Männer in der akademischen und Verwaltungs-Karriereleiter zu erklimmen. (Dies schließt ein, daß der "Support", wie etwa die Versorgung von Kindern, mitbedacht werden muß.) Im Sinne eine egalitären Gleichheitsverständnisses gibt es bis hierin noch nicht viele Einwände "von außen" zu vermerken.

Anders sieht es mit der Forderung nach Berücksichtigung "spezifisch weiblicher Erfahrungen und Sichtweisen" (vgl. Frauenförderplan Teil 2, Punkt 18) als Bestandteil der jeweils gefragten Qualifikation aus: Über diese Differenzperspektive gibt es bereits unter Frauen erheblich verschiedene Auffassungen, was damit gemeint ist. Und wenn sich Frauen untereinander darüber zu verständigen suchen, so wird das gegenüber Männern vollends schwierig. Mit anderen Worten: Jede Überlegung um Frauenforschung und Förderung hat einen Gleichberechtigungsanspruch zur Grundlage, der vermeintlich partikularistisch gegenüber "der Allgemeinheit" zuerst legitimiert werden muß, wie das gängige Vorurteil lautet. Interessen von Frauen werden aus einer "Außenperspektive" formuliert gegenüber der "Innenperspektive" der (patriarchalen) Institution.

Von "Innen- und "Außenperspektive" zu sprechen, was auch Frauen tun, heißt, sich in der üblichen Weise in der Uni zu verorten und die bestehenden Hierarchien und Machtverhältnisse als Ausgangsbedingungen anzuerkennen. Das ist angeraten, soweit ist es um deren Analyse und damit die Einschätzung geht, wie groß der Spielraum ist, Frauenforschung und Förderung durchzusetzen. Aber frau läuft damit Gefahr, sich der Definitionsmacht, die die "herrschende" Wissenschaft darstellt, zu sehr auszusetzen beziehungsweise der Anpassungsmacht politischer und organisatorischer Strukturen der Universität zu erliegen. Das gilt gleichermaßen für alle Statusgruppen. Es geht uns im folgenden darum, die Auseinandersetzung um "Innen" und "Außen", wie sie unter Frauen an der Uni geführt wird, zuzuspitzen.

Wenn sich Frauen auf Gremiendiskussionen einlassen wie im Falle der Frauenkommission des Konvents schleichen sich im eigenen Denken oft vorauseilender Gehorsam ein, indem die Frage, welche Möglichkeiten eigentlich gesetzliche Regelungen bieten, schon von vornherein zu viel Raum einnimmt. Schlechte Erfahrungen an anderen Universitäten mit frauenpolitischen Initiativen haben Frauen zu Recht vorsichtig werden lassen.

Immer wieder zeigt sich — gerade in der Diskussion um Frauenförderung in den letzten zehn Jahren — wie vielfältig die Mittel bestehender Institutionen sind, widerständige (feministische) Elemente zu "integrieren" beziehungsweise Forderungen und Vorschläge bis zur Unkenntlichkeit zu verstümmeln und damit für bestehende Herrschaftsverhältnisse zu funktionalisieren. In Marburg wurde zum Beispiel ein achtseitiger Entwurf für den Frauenförderplan erarbeitet (der dem Frankfurter u.a. als Vorlage diente), auf eine Seite zusammengestrichen und damit um das wesentliche beraubt, wie etwa um Sanktionen bei Nichteinhaltung der geforderten Maßnahmen oder um Mitbestimmungsrechte.

Wenn es also das ist, was am Ende jahrelanger Diskussionen, Entwurfsarbeiten und Recherchen erreicht werden kann, erscheint die Frage berechtigt, wozu sich Frauen bei dieser frustrierenden Arbeit aufreiben. Aber auch, wenn es gelingen sollte, die eine oder andere Forderung beispielsweise die nach Einrichtung eines Frauenrates durchzusetzen, bleibt die Frage, was damit wirklich gewonnen ist. Jede, die sich frauenpolitisch engagiert, kennt die Enttäuschung, wenn von einem euphorischen Aufbruch in Richtung frauenfreundlicher Gestaltung einer Institution am Ende nicht viel mehr übrig bleibt als das alte Gerangel um Posten, diesmal unter Einbezug der einen oder anderen Alibifrau. Margrit Kaufmann (1988), eine schweizer Feministin, hat ihre Enttäuschung über frauenpolitische Gremienarbeit mit folgendem Vorwurf formuliert: "Was viele Frauen heute in ihren politischen Anliegen verbindet, ist das Streben nach Macht. Deshalb wollen sie sich in die Männerrunden setzen. Und es geht in erster Linie um's Sitzen. Da bleiben die Frauen an formalen Politikvorstellungen kleben, da rutschen die Inhalte vor lauter Geraufe um die Sitzplätze in den Hintergrund und da werden Gesetzesveränderungen zur Hauptbeschäftigung. [3]

Ist damit schon alles gesagt?

Diese Bedenken und Vorwürfe sollten ebenso wie die Enttäuschungserfahrungen reflektiert werden für die Strategien, die wir einsetzen wollen, um frauenpolitische Forderungen durchzusetzen. Aber das ist nur eine Seite der Medaille. In den letzten 10 Jahren sind auch an der Frankfurter Uni Fortschritte zu verzeichnen. Verdienst der Institutionalisierungsanstrengungen von Frauen vor uns ist, daß es heute überhaupt Frauenforschung, Frauenseminare, Frauenräume und autonome feministische Tutorien gibt. Das alles ist nicht mehr wegzudenkender Teil unseres Studiums.

Dennoch bleibt die Frage nicht nur für die Universität, sondern für Frauenpolitik in der Gesellschaft überhaupt, was weiter von der Institutionalisierung erwartet werden kann und welche Risiken damit verbunden sind. Können wir davon ausgehen, daß es möglich ist, patriarchale Institutionen entsprechend feministischer Forderungen zu verändern?

Es sind im wesentlichen zwei Sichtweisen und Praxisformen, die sich in dieser Frage gegenüberstehen. Die einen plädieren für Autonomie und versuchen, mit dem Wunsch, sich nicht korrumpieren zu lassen, Frauenzusammenhänge jenseits "männlicher Macht" herzustellen. Damit ist keine direkte Veränderung der Institution möglich, perspektivisch aber von den Frauen durch den individuellen Bewußtseinswandel und einen Zuwachs an Selbstvertrauen aus den autonomen Zusammenhängen endlich doch Gesellschaftsveränderung denkbar. Es geht darum, sich der Struktur von Institutionen zu verweigern und Widerstand zu entwickeln gegen Normierungen wie zum Beispiel festgelegte Weiblichkeitsvorstellungen und das geschlechtstypische Rollenverständnis.

Die anderen plädieren für Institutionalisierung (etwa von feministischer Forschung) und versuchen, Machtpositionen innerhalb der Institutionen für eigene Belange zu besetzen und zu instrumentalisieren. Auch hier geht es darum, daß Frauen ein Bewußtsein entwickeln, diesmal für den "anderen Umgang mit Macht", die Positionen unterscheiden sich in ihrem Ansatzpunkt von Gegenmachtbildung zugunsten von Frauen. Gemeinsam ist beiden, daß sie oft Gefahr laufen, den gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang aus den Augen zu verlieren.

Die Diskussionen unter Frauen enden an diesem Punkt häufig in einer Sackgasse und in gegenseitigen Vorwürfen, entweder nicht radikal und eindeutig genug oder im Gegenteil zu prinzipialistisch zu argumentieren. Und diese Auseinandersetzung hat auch die Diskussionen um den Frauenförderplan an der Frankfurter Uni geprägt, allerdings nicht in Form von scharfen Gegensätzen, sondern eher als Unsicherheit und Zweifel darüber, wie unsere Forderungen durchzusetzen sind.

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, wie der Frauenförderplan im Rahmen linker Politik an der Uni momentan aufgegriffen wird. Es entsteht der Eindruck, daß hier Fragen nach den Grenzen und Gefahren einer solchen Institutionalisierung von Fraueninteressen gar nicht erhoben beziehungsweise nur unter- und eingeordnet werden in für diese Belange wenig spezielle politische Auseinandersetzungen. Politisch engagierte Männer müssen explizit darüber diskutieren, aus welchem Interesse heraus sie sich für einen Frauenförderplan stark machen (den sie leider bisher im seltensten Fall gelesen haben).

Offenbar macht die Diskussion um den Frauenförderplan nochmal eindringlich deutlich, um welche Ziele es eigentlich in der Frage nach Autonomie und/oder Institutionalisierung (nicht nur von Frauenförderung) geht: Frauen müssen die Machtfrage und damit die Frage nach dem Wie von Gesellschaftsveränderung anders stellen als Männer. Darüber muß vor allem in Frauenzusammenhängen noch viel gestritten werden.

wir halten es für nötig, aus den beengenden Denkschemata der Polarisierung von drinnen und draußen (hinsichtlich der Institution), von Korrumpiertheit und Macht (Einflußmöglichkeiten) versus Autonomie und Ohnmacht herauszukommen — ohne daß deshalb, wie zumeist kritisiert wird, jeglicher Kritikbegriff verloren ginge oder Inhalte verwaschen würden. Das Geschlechterverhältnis steht quer zu den üblichen politischen Koalitionen und erzwingt eine entsprechende Analyse und politisch andere Praxis. Die Differenz macht sich bereits daran fest, daß Frauen nach wie vor nicht selbstverständliche Eintrittsbedingungen in traditionell männerdominierte Positionen haben, sich schwerer Gehör verschaffen. Ihre Ausgangslage und damit ihr Zugang zu machtrelevanten Bereichen ist gänzlich anders, nämlich von den Bedingungen einer untergeordneten Rolle bestimmt. Frau hat (auch in linken politischen Zusammenhängen) eher dann Erfolg, wenn sie "vermännlichende" Eigenschaften an den Tag legt: Durchsetzungs- und Entscheidungskraft, Stringenz, Abgewogenheit ... Die andere Praxis in dieser Hinsicht wäre eine, die weniger auf die konkurrente Einzelleistung ausgerichtet ist, um ein Beispiel aus dieser Diskussion nur andeutungsweise aufzugreifen.

Zwei Mythen gilt es aufzudecken und zu beseitigen, die sich vor allem in Frauendiskussionen hartnäckig halten. Der eine lautet, Macht sei etwas den Frauen Äußerliches, Frauen könnten sich ihr enthalten oder sie einfach ergreifen. Wir haben diese Wahl faktisch nicht, sondern bewegen uns an der Uni immer innerhalb des Machtgefüges der Institution. Es kommt darauf an zu analysieren, wie sich Machtverhältnisse hersteilen und reproduzieren. Der Frauenförderplan kann hier nur die Funktion haben, Freiräume und Positionen für Frauen zu schaffen, die diese Analyse ermöglichen, mehr nicht.

Der zweite Mythos ist ebenso hinderlich wie der erste: Es hält sich das Vorurteil, Frauen seien die besseren Menschen ... Radikal- oder ökofeministische Ansätze wie auch "verherrlichende" männliche Vorstellungen von Weiblichkeit vermitteln oft diese Ideologie, die schlicht herrschaftsfunktional ist. So lassen sich vermeintlich Ausschluß und Enthaltsamkeit der Frauen vom "dreckigen Geschäft Politik" begründen, läßt sich die Verweigerung legitimieren, warum frau keine Verantwortung übernimmt, sich nicht politisch engagiert.

Solange also Frauenförderung mit der Vorstellung betrieben wird, daß, wenn Frauen zu 50% vertreten sind, Humanität und Wärme, Basisdemokratie und gegenseitige Achtung das Leben und Arbeiten an der Uni prägen, solange wird nichts geändert.

Wie aber kann Frauenförderungspolitik aussehen, die sich nicht der Anpassungsmacht der Institution beugt? Welche Möglichkeiten enthält der Frauenförderplan für die Frankfurter Uni? Es kann nicht oft genug betont werden, daß Frauenförderung, wie sie im Frauenförderplan steht, nur ein Standbein von vielen sein kann, die eine feministische Politik tragen.

Die einzelnen Maßnahmen sind als ein Anfang zu verstehen, als Absicherung oder Schaffung von Möglichkeiten und Räumen für Frauen, aber auch als Versuch, institutionelle Praxis zu verändern Das Modell des Frauenrates zum Beispiel ist bewußt antihierarchisch, paritätisch und basisdemokratisch konstruiert; lange Diskussionen über die „Legitimität“ eines solchen Gremiums, das an der Uni ein Novum darstellt, gingen dem voraus. Gerade weil es hier weder eine Vorsitzende noch Professorinnenmehrheit geben und die Wahl durch die Frauenöffentlichkeit vollzogen werden soll, erzeugt dieses Modell Widerstand, unter anderem in den Reihen der Professoren

Das Ratmodell sieht vor, die dort arbeitenden Frauen auf jeden Fall zu bezahlen. Die Erfahrungen zum Beispiel am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften haben gezeigt, daß ohne Bezahlung keine effektive Arbeit möglich ist. Darüber hinaus erhält ehrenamtliche Arbeit niemals den Stellenwert, den sie braucht, um tatsächlich Veränderungen zu bewirken.

Eine wesentliche Maßnahme, an der sich Auseinandersetzungen entzünden, ist die Quotierung. Auf sie konzentrieren sich neben Hoffnungen auf bessere Arbeitsmöglichkeiten für Frauen auch Ängste hinsichtlich Vereinnahmung und Karrierismus der Frauen. Trotz dieser Risiken sind Quoten nötig, mittelfristig und nüchtern eingeschätzt als bloßes Instrument taugen sie dazu, zumindest Öffentlichkeit und Entscheidungstransparenz für Frauen herzustellen.

Alle Frauenförderplan-Maßnahmen sind zunächst ohne Sanktionen nicht zu denken, die ihre Einhaltungen garantieren sollen. — Alles dies sind Voraussetzungen, die die geforderten Veränderungen selbst erst möglich machen sollen. Neben dem quantitativ veränderten Verhältnis von Frauen und Männern an der Uni geht es darum, daß nicht allein herkömmlich männliche Biographien verbindlich sind für den Bewertungsmaßstab für Qualifikation und Berufs- und Lebensvorstellungen in der öffentlich-politischen, auch institutionellen Sphäre.

Der Frauenförderplan ist erst einmal die Voraussetzung für eine gleichgewichtige, aber eigensinnige Beteiligung von Frauen in und an der Uni. Es bleibt, ihn durch die Praxis auszufüllen, zu verändern beziehungsweise zu ergänzen. Schließlich gibt es bereits funktionierende Frauenförderpläne auf Fachbereichsebenen wie zum Beispiel bei den katholischen und evangelischen Theologinnen und am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. — Aber Frauenförderpläne allein reichen nicht aus. "Treibende Kraft kann vielmehr nur eine breite, solidarische Frauenbewegung sein, die ihre Forderungen und Ziele bewußt außerhalb der bestehenden gesellschaftlichen Institutionen und des herrschenden Rechts entwickelt und vertritt, sich allerdings dennoch um eine auch rechtsförmige Absicherung und Verteidigung ihrer Erfolge bemüht." [4] Wir sind der Ansicht, daß in den Formulierungsprozeß des Frauenförderplans etwas von dieser Zweibeinigkeit eingegangen ist. Jetzt allerdings auf diese eine Karte zu setzen, wäre wohl kein sinnvoller Weg.

Angela Dunker, Katharina Pühl

[1] Siehe Frauenblatt 1/1991.

[2] Die demokratische Realität im Konvent sieht so aus, daß es zahlenmäßig eine Mehrheit der ProfessorInnen gibt, die in der Regel mit den Entscheidungen des Präsidenten abstimmt, unterstützt auf studentischer Seite vom RCDS und den Giraffen ... und wenig behelligt durch die übrigen Statusgruppen, die im Konvent wenig Einfluß haben.

[3] Margrit Kaufmann, Feministische Politik auf Wanderschaft, in: Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis, H. 21/22 (1988), S. 191-200.